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Windows Vista – Erste Eindrücke

9. März 2007

Bereits bei dem Testen der öffentlichen Beta 2 sind mir einige Dinge aufgefallen, die beim praktischen Einsatz stören würden. Leider hat auch der jetztige Release-Candidat einige Maken. Ich möchte hier über die ersten Erfahrungen mit dem Release-Candidat berichten.

Installation & Start
Auffällig ist, dass der Start gegenüber der Beta 2 um ein vielfaches schneller durchgeführt wird. Das selbe gilt für die Installation, die bei der Beta 2 schon mal eine halbe Ewigkeit gedauert hat. 🙂

Die Oberfläche
Die Oberfläche ist wie bei Windows XP nach dem ersten Start aufgeräumt. Außer dem Papierkorb befindet sich kein weiteres Symbol auf dem Desktop. Allerdings kann ich nicht verstehen was sich Microsoft bei dem neuen Startmenü gedacht hat. Es ist zwar kompakter, bietet aber auch sehr wenig Platz. Dadurch kommt man oft schneller an sein gewünschtes Programm, indem man einfach dessen Namen in das darunter liegende Suchfeld eingibt. Zumindest lassen sich wie unter XP die oft genutzten Programme anpinnen.

Auch die neuen Ordnerfenster des Explorers sind übersichtlicher. Die Symbolgröße lässt sich jetzt schneller ändern und lässt viel mehr Vergrößerungsstufen als XP zu. Alledings wäre es wohl besser gewesen, Microsoft hätte gleich Vektorgrafiken als Symbole zugelassen.
Besonders für mich als Entwickler ist es lästig, dass sich jetzt in Programmsymbolen zusätzlich zu 16×16, 32×32, 48×48 jetzt auch noch eine Ebene mit 256×256 Pixel befinden muss. Das selbe Bild muss dadurch 4-mal erstellt werden. 🙁

Die Effekte von Aero gefallen mir sehr gut. Sicher wird das nicht jedem gefallen, wenn sich alles ständig effektvoll ein- bzw. ausblendet, aber notfalls lässt sich Aero ja ausschalten. Die Oberfläche lässt sich sogar noch auf den Windows ME/2000 Stiel herabsetzen. 😉

Seltsamerweise ist Microsoft ein kleiner Bug bisher nicht aufgefallen, der mich bereits bei der Beta 2 geärgert hat. Wird ein Fenster maximiert bzw. wiederhergestellt, fehlt im Aero der Effekt, der bei älteren Windows-Versionen angezeigt wird. Das Fenster erscheint sofort maximiert bzw. wiederhergestellt. XD

Die ersten Probleme mit Software
Da ich nur wenig von Windows Defender und vor allem von der Firewall halte, wollte ich eigentlich die Programme AntiVir PE Classic und Agnitum Outpost Firewall 4.0 Pro, welche ich bereits unter Windows XP verwendet habe, installieren. Leider musste ich feststellen, dass Vista keines der beiden Programme unterstützt. AntiVir kann zwar installiert werden, lässt sich aber nicht updaten und zeigt eine uralte Signatur des Virendefinitionsdateien an, obwohl das Setup frisch vom Server stammt.

Leider funktionieren nicht nur diese beiden, sondern gleich mehrere Programme, die ich eigentlich benötige unter Vista überhaupt nicht. 🙁

Benutzerkontensteuerung
Microsoft will mit der Benutzerkontensteuerung einführen, was unter Linux & Co bereits lange Alltag ist. Endlich ist es möglich mit eingeschränkten Rechten und damit sicher zu arbeiten. Jedoch verliert man bei einer Neuinstallation von Vista schnell die Nerven. Bei jeder Systemeinstellung verdunkelt sich der Bildschirm und es erscheint die Nachfrage ob man die gewünschte Aktion wirklich ausführen will. Gott-sei-Dank gibt es die Möglichkeit diese Funktion in der Systemsteuerung abzuschalten, so dass man das System konfigurieren und dann dise Funktion wieder einschalten kann.

Ich glaube es wäre klüger gewesen, wenn Microsoft diese Abfrage allgemein bei Administratoren deaktiviert hätte. Neue Benutzer müssen ja nicht unbedingt automatisch Administrator-Rechte besitzen, nur damit man sie Ihnen wieder nach dem Anmelden entzieht. 🙁

Fazit:
Zur Zeit kann ich von Vista nur abraten. Es gibt noch nicht genug bzw. ausgereifte Treiber. Viele Programme funktionieren zZ überhaupt nicht oder nur eingeschränkt. Im schlimmsten Fall muss man eine neue Version eines Programms erwerben, nur damit es unter Vista funktioniert.

Viele angekündigte Features wurden einfach gestrichen. Das neue Dateisystem WinFS ist immer noch nicht fertig. Stattdessen verwendet die Suche den Indexdienst, der schon in den vorherigen NT-Systemen zu finden war. Allerdings deaktivert, denn er benötigt viel zu viele Ressourcen bzw. braucht sehr lange, bis der Index aufgebaut wurde. WinFS soll erst in der nächsten Windows-Version enthalten sein. Mal sehen, welche fehlenden Features das kommende Service Pack 1 bringt, welches bereits kurz nach dem Release angekündigt wurde.

Windows Vista ist insgesamt sehr gut, wenn auch nicht die Revolution die Microsoft versprochen hat.

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