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Windows 7 – Erste Probleme

18. August 2009

Heute habe ich endlich die (englische) Professional Edition von Windows 7 erhalten. Nachdem ich bereits die Beta und den Release Candidate getestet und für gut befunden habe, waren meine Erwartungen an die Release-Version entsprechend hoch. Im Hinterkopf hatte ich immer die Gedanken: Endlich weg von Vista! Endlich wieder ein brauchbares Windows! …denn auch wenn ich inzwischen – nicht zuletzt wegen Vista – immer mehr und mehr zu Linux gewandert bin, freue ich mich endlich wieder etwas mit Windows anfangen zu können.

Ich will hier aber keinen Testbericht bloggen…denn von diesen gibt es inzwischen bereits unzählige in Netz und Zeitschriften. Windows 7 ist insgesamt ein sehr gutes Betriebssystem. Allerdings sind mir doch einige Dinge aufgefallen, die Microsoft leider immer noch nicht auf die Reihe gebracht hat und von denen ich bisher in keinem Testbericht gelesen habe:

Windows Setup – Probleme mit Partitionierung

Da ich bereits die Beta und den RC auf meinem Netbook (Samsung NC10) getestet habe, wollte ich Windows 7 dort als Erstes installieren. Doch es gab dann doch Unterschiede die mir ziemliche Probleme bereitet haben. Eigentlich wollte ich die Partition mit Windows XP einfach formatieren und dann dort Windows 7 installieren. Da ich auch parallel Linux installiert habe, habe ich die Windows-Partition als aktive primäre Partition definiert, damit das Windows Setup sich nicht an der Ext3-Partition (für /boot) verschluckt.

Doch Windows Setup lehnte die 30 GByte große NTFS-Partition einfach mit der Meldung ab, dass dies keine Systempartition (WTF???) sei. Details sollten in dem Logbuch des Setups vorhanden sein, welches natürlich nicht erstellt wurde, weder auf der gewählten Partition noch auf dem USB-Stick den ich als Installationsmedium verwendete. Auch eine vom Setup selbst erstellte Partition lehnte es ab und das Löschen der – natürlich gesicherten – Linux-Partitionen änderte nichts daran. Selbst als ich sämtliche Partitionen auf der Festplatte gelöscht habe, änderte sich nichts daran.

Deshalb habe ich das System und dann das Setup nochmal neu gestartet, damit es die – inzwischen leere – Partitionstabelle nochmal neu einliest. Diesmal erzeugte das Setup zwei Partitionen. Eine 100 MByte große aktive primäre Partition und eine weitere primäre Partition für das System. Offenbar ist das jetzt Voraussetzung und das Windows Setup konnte natürlich vorher keine 2 primären Partitionen erstellen, da bereits 3 andere existierten. Das Löschen der anderen primären Partitionen half zwar, Windows Setup scheint aber nichts davon wissen zu wollen, bis es nochmal komplett neu geladen wird. Eine sinnvolle Fehlermeldung wäre hier auch mal angebracht. -_-“

Übrigens: Wer im Windows Setup nach dem automatischen Erstellen der beiden Partitionen etwas ändert, erlebt eine böse Überraschung…denn danach ist dieses nicht mehr fähig, ohne einen weiteren Neustart, Windows auf diese Partition zu installieren. Auch das Löschen aller Partitionen hilft da nichts. Windows Setup erstellt das Partitionspaar nicht mehr automatisch, bis der Rechner neu gestartet wurde.

Windows Setup – WLAN Kennwort unverschlüsselt

Nach dem Abschluss der Installation lässt sich bereits ein gefundenes WLAN automatisch einrichten. Das ist zwar praktisch, aber seltsamerweise lässt sich das Kennwort nur in Klartext eingeben. Das muss nicht unbedingt ein Sicherheitsrisiko darstellen, aber es sollte einem lieber niemand über die Schulter schauen. 😉

WLAN vs. LAN

Etwas sehr Ärgerliches ist, dass Microsoft seltsame Prioritäten hat. WLAN wird immer noch einer schnelleren LAN-Verbindung vorgezogen. Die Priorität lässt sich zwar (Bei den Netzwerkverbindungen) einstellen, aber eigentlich wäre es sinnvoller eine existierende LAN-Verbindung auch zu nutzen, anstatt die Daten bevorzugt über das lahmere WLAN zu schicken.

Windows Aktivierung/Update – Kryptische Fehlermeldungen

Noch immer geben das Windows Update und die Aktivierung, anstatt sinnvolle Fehlermeldungen lediglich einen Hex-Code aus. Dabei ist es egal, ob ein Programmfehler aufgetreten ist, oder schlicht und einfach keine Verbindung zum Internet besteht.

Windows Firewall – Sicherheit ODER Komfort

Windows 7 bringt eine Zweiwege-Firewall mit. Deshalb dachte ich mir, dass ich evtl. damit meine Agnitum Outpost Firewall ersetzen könnte. Man kann detaillierte Regeln festlegen, die den Netzwerkverkehr steuern. Doch standardmäßig lässt Windows 7 sämtliche (!) Programme ins Netzwerk…unabhängig von den festgelegten Regeln. Nur die eingehenden Regeln haben Gültigkeit.

Wer sich durch die Dialoge kämpft findet aber die Möglichkeit für die 3 Zonen „Domäne“, „Privat“ und „Öffentlich“ auch ausgehende Verbindungen blockieren zu lassen. Als ich das aktiviert habe, wurde mir klar warum Microsoft diese Einstellung standardmäßig abgeschaltet hat, denn bei neuen ausgehenden Verbindungen fragt die Windows Firewall gar nicht nach, sondern blockiert alles, was auf keine Regel zutrifft.
Windows 7 Firewall - Advanced Settings

Die Einstellung, die dafür sorgen soll das die Windows Firewall den Benutzer bei neuen Verbindungen nach Erlaubnis fragt, ist offenbar nur für eingehende Verbindungen wirkungsvoll. Also hat man die Wahl zwischen dem Zulassen sämtlicher ausgehenden Verbindungen und dem manuellen Erstellen von Regeln, ohne zu wissen, welche Ports ein Programm zB wirklich braucht.

Offenbar hält Microsoft das in dem Standarddialog nicht einmal für erwähnenswert:
Windows 7 Firewall - Notify Settings

Für mich ist das Zulassen sämtlicher ausgehender Verbindungen nicht akzeptabel. Genauso wenig habe ich Lust jedes Mal eine Fehlermeldung bei neuen Programmen präsentiert zu bekommen. Naja…also wieder rauf mit der Outpost Firewall. :-/

  1. Dennis W.
    11. September 2009, 11:57 | #1

    Windows Setup – Probleme mit Partitionierung:

    Hierzu werde ich mal nichts sagen, da ich diesen Fehler noch von niemanden anderen kenne.

    —-

    Windows Setup – WLAN Kennwort unverschlüsselt:

    Rechts neben dem Eingabefenster für den WLAN-Schlüssel existiert eine Checkbox:
    „Zeichen ausblenden“. Dann braucht man auch nicht die Hand vor den Monitor zu halten 😉

    —-

    WLAN vs. LAN:

    Die Defaulteinstellung von Microsoft sind immer für den 08/15-User. Und für Mutter Paula ist es einfacher die WLAN-Verbindung zu benutzen. Dabei geht es nicht um Speed, sondern Benutzerfreundlichkeit.

    —-

    Windows Aktivierung/Update – Kryptische Fehlermeldungen:

    Mit Verlaub, aber hierbei handelt es sich um eine sinnvolle Fehlerausgabe.

    1. Dieser „Hexcode“ ist sprachübergreifend und einzigartig. Bedeutet, dass wenn man diesen z.B.: bei google eingibt, man die Resultate von ALLEN Windows-Usern bekommt und nicht nur von denen, die z.B.: Windows 7 in Deutsch haben. Desweiteren wird der Support von Microsoft damit auch schneller arbeiten können. Außerdem wird durch diese „Einzigartigkeit“ des Fehlercodes sichergestellt, dass es nicht mit Fehlermeldungen von anderen Programmen kollidiert.

    2. In der Regel (immer? => Ausnahme Fehlerfenster) sind diese „Hexcodes“ verlinkt. Mit einem Klick darauf öffnet sich die entsprechende Hilfeseite von Windows 7 und dort kann man dann sofort den entsprechenden Text dazu lesen.

    —-

    Windows Firewall – Sicherheit ODER Komfort:

    !!!!! Vorab, man braucht bei den ausgehenden Verbindungen der Windows-Firewall nicht zu wissen welches Programm welche Ports benutzt. Man kann dort auch einfach die jeweilige *.exe-Datei angeben. !!!!!

    Dieses sog. „neue Feature“ war in genau der selben Form bereits von Anfang an in Windows Vista enthalten.

    Für den Windows-User Mutter Paula reicht die Blockierung der eingehenden Verbindung vollkommen aus und bietet auch keine Sicherheitslücke.

    Wenn jemand trotzdem nicht möchte, dass gewisse Programme nach Hause telefonieren, so muss er sich folgende Frage stellen:

    Nehme ich mir einmal die 15-20 Minuten Zeit, um die 15-30 Programme zu definieren, die ins Internet dürfen und hab dafür die perfomanteste Lösung, oder aber ist es mir die kurze Zeit nicht wert und installiere lieber eine Firewall eines Drittanbieters, die mein System nochmal um 5% – 15% langsamer macht?

    Und mal ganz ehrlich, wie oft installiert man neue Programme? Ein neues Programm in die Liste einzupflegen kostet einen keine 2 Minuten.

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