Home > Allgemeines, Programmieren > Visual Studio 2010 Beta 2 – Erste Eindrücke

Visual Studio 2010 Beta 2 – Erste Eindrücke

25. Oktober 2009

Seit Kurzem ist die Beta 2 des neuen Visual Studio 2010 fertig und lässt sich von der Microsoft-Servern 1 herunterladen.

Ich möchte hier einmal meine ersten Eindrücke schildern, denn der riesige Download und die anschließende Installationsorgie ist sicher nicht jedermanns Sache.

Die Installation läuft wie von der Version 2008 gewohnt ab, belegt mit den zahlreichen Zusatztools allerdings letztendlich mehrere Gigabyte an Festplattenspeicher. Vor allem dauert die Installation recht lange und verlangte bei mir mittendrin 2-mal einen Neustart des PCs, da klarerweise das Framework 4.0 Beta 2 noch nicht installiert war. Eine MSDN-Library ist noch nicht dabei. Diese wird sicher auch wieder sehr umfangreich ausfallen und die Installation nochmal etwas verlängern.

Die neue Oberfläche

VS2010 - Startseite

Die neue Startseite präsentiert sich aufgeräumt und verschwindet endlich, sobald man ein neues Projekt öffnet oder anlegt. Insgesamt fühlt sich die Oberfläche sehr viel schneller an als in den bisher veröffentlichten Vorabversionen. Die dunkleren Farben der – jetzt auf WPF basierenden – Oberfläche trennen die einzelnen Bereiche deutlich voneinander ab. Ich habe mich nach dem ersten Start sofort wieder zurecht gefunden.

VS2010 - Erstellen eines neuen Projekts

VS2010 - SQL-Projekte

Auch der Dialog zum Erstellen von neuen Projekten hat sich ein klein wenig geändert. Neue Projekttypen laden bereits zum Ausprobieren ein. Sogar Windows Azure für Cloud-Computing lässt sich bereits in der Liste finden. (Noch nicht ausprobiert.)

Auch für Multi-Tier-Anwendungen für SQL-Datenbanken werden entsprechende Projektvorlagen angeboten. Zusammen mit den Erneuerungen bei dem ORM-Mapper ADO.NET Entity Data Model Designer 2 und dem MS SQL Server 2008 R2 lassen sich Datenbankanwendungen effizienter entwickeln.

Die neue Sprache F#

VS2010 - F# Projekttypen.
VS2010 - F# Code

Ich habe mich bereits ein wenig mit F# befasst. Für jemanden der wie ich hauptsächlich C#, Java und VB.NET verwendet um zu programmieren ist eine funktionale Programmiersprache allerdings anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Allerdings muss ich sagen, dass sich viele Dinge wie zB Rekursionen sehr viel eleganter und kürzer in F# ausdrücken lassen als in C#. Dazu kommt, dass F# sich optimal in die .NET-Welt integriert, so dass sich Code der viel besser funktional formuliert werden kann leicht in eine DLL auslagern lässt. Wer mehr erfahren will findet im Netz genug Beispiele und Tutorials. Erste Anlaufstelle ist vor allem das Microsoft F# Developer Center 3 und die Website von Microsoft Research 4

Der neue WPF-Designer

VS2010 - WPF-Designer

WPF wird mit der Zeit brauchbar. Es hat einige Zeit gedauert, aber der neue Designer in Visual Studio 2010 ist bereits ziemlich gut und vor allem in der Beta 2 sehr viel schneller als in den vorherigen Vorabversionen. Vorerst setze ich trotzdem weiterhin auf Windows Forms, allerdings werde auch ich auf lange Sicht auf WPF umsteigen. Grund für mein Zögern ist vor allem noch, dass den meisten Steuerelementen viel an Funktionalität fehlt. Auch das Ribbon-Steuerelement ist noch nicht an Bord. Microsoft empfiehlt auch für die Gestaltung der Oberfläche das extra dafür ausgelegte Microsoft Blend 5. Das Erstellen der Oberfläche mit Blend erfordert allerdings weitere Lizenzen und ist insgesamt sehr viel aufwändiger, auch wenn sich das Ergebnis sehen lässt. Insgesamt laufen WPF-Anwendungen inzwischen aber recht flott.

Der neue Code-Editor

VS2010 - C# Code

Ein Kritikpunkt der mich vor allem daran zweifeln lies ob ich jemals mit Visual Studio 2010 arbeiten werde war der Code-Editor. Bei der CTP-Version war er zumindest unbrauchbar und man musste nach einiger Zeit zu Tippen aufhören, da die Performance so schlecht war, dass die Anzeige des geschriebenen Codes immer mit deutlicher Verzögerung hinterherhinkte. Das hat sich jetzt geändert. Der Editor reagiert jetzt ohne Verzögerung auf die Eingaben. Auch große Dateien lassen sich sehr schnell öffnen.

Als Erstes fällt die neue (etwas ungewohnte) Schriftart auf. Sie lässt sich allerdings deutlich besser lesen als die gewohnte Schriftart in den alten Versionen. Ein nettes Feature, das ich inzwischen schon lieb gewonnen habe, ist auch die Möglichkeit einfach zoomen zu können. So kann man die Ansicht anpassen, je nachdem ob man jetzt größere Code-Stücke refaktoriert oder an einer Methode tüftelt.

Der neue Extension-Manager

VS2010 - Extension Manager

Eclipse lässt grüßen. Offenbar hat jetzt auch Microsoft eingesehen, dass die bisherige Verwaltung von AddIns recht umständlich war und hat Visual Studio 2010 einen neuen Extension Manager spendiert. Ich hoffe, dass sich Visual Studio auch so einfach erweitern lässt wie ich es zB bei Eclipse gewohnt bin. Vor allem würde ich mir auch einen sehr viel modulareren Aufbau der IDE wünschen, denn Visual Studio ist inzwischen ein riesiges Monster geworden, das bei der rasanten Entwicklung von .NET sicher in den nächsten Jahren noch enorm anwachsen wird.

Die übergroße Schriftart ist hoffentlich noch ein Problem bei der Beta 2. Sie tritt immer nur bei der Anzeige von Online-Inhalten auf, daher bin ich zuversichtlich, dass Microsoft diese Anzeige (hoffentlich) bis zur Release-Version ändert. Ratsam wäre es, denn so ist kaum ein Titel lesbar.

Fazit

Der erste Eindruck ist ordentlich. Die Beta 2 von Visual Studio 2010 ist endlich brauchbar und schnell genug geworden. Sie bietet Unmengen an Funktionalitäten ohne den Entwickler damit zu erschlagen. Die neue auf WPF basierende Oberfläche ist weiterhin so aufgebaut wie vorherige Versionen, so dass man sich schnell zurecht findet. Die Farben und die neue Schriftart im Code-Designer sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, machen aber Sinn und erleichtern insgesamt das Arbeiten.

Fazit: Ich freue mich schon auf den Release.

  1. 1. November 2009, 02:30 | #1

    Die „neue“ Font ist Consolas, eine der Standard Windows-Fonts seit Vista. Hat sich damals(VS 2008) schon gelohnt darauf umzusteigen ;D

    • 2. November 2009, 01:44 | #2

      Danke, das wusste ich nicht. Unter Windows Vista / 7 ist sie mir bisher nicht aufgefallen. Auf jeden Fall ist die Schrift viel besser bei höheren Auflösungen lesbar und eben Standard. 😉

Kommentare sind geschlossen