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Musikindustrie will Internet-Zensur in der EU

30. Dezember 2007

Eigentlich wollte ich das schon vorher bloggen, allerdings hatte ich bisher keine Zeit zum Bloggen. ­čÖü

Die ├ťberschrift sagt eigentlich schon alles. Laut Golem.de, will der internationale Verband der Musikindustrie (IFPI) seine Kunden wieder einmal etwas mehr von seinen Rechten nehmen. Diesmal sollen alle Internetprovider dazu veranlasst werden ganze Protokolle und damit P2P-Netzwerke zu blockieren, welche ├╝berwiegend urheberrechtsverletzend genutzt werden und sich geweigert haben, Schritte gegen die Verletzungen zu unternehmen. Diese Umschreibung ist schon mal schwammig genug, um auch Diensten wie BitTorrent den Riegel vorzuschieben, welches allerdings sehr wichtig f├╝r viele legale Angebote ist, da hier die Server-Last genommen werden kann.

Doch es geht weiter: Jeder ISP soll ein spezielles Ger├Ąt zwischenschalten, welches nach speziellen Audiomustern sucht. So k├Ânnte die IFPI auf Knopfdruck den Download spezieller Titel unterbinden und somit den Datenverkehr zensieren. Nat├╝rlich schweigt man sich dar├╝ber aus wer die Kosten f├╝r Installation und Wartung dazu ├╝bernehmen soll. Ich bef├╝rchte, dass die Abmahnungsmaschinerie der Musikindustrie, hier eine bequeme Quelle f├╝r das Herausfinden von angeblichen Urheberrechtsverletzungen wittert. Au├čerdem frage ich mich ob der Kunde ├╝berhaupt dann etwas dagegen tun kann wenn dieses Ger├Ąt mal fehlerhaft arbeitet.

Last but not least will die IFPI auch noch, dass bestimmte Internetangebote die nicht mit der Musikindustrie kooperieren blockiert werden.

Das sich die Musikindustrie dabei keinerlei Gedanken ├╝ber die Rechte der EU-B├╝rger geschweige denn ├╝ber die der eigenen Kunden macht ist nichts neues. Immerhin gilt f├╝r sie zB sogar der eigentlich legale Import einer CD als EU-B├╝rger in Amerika als illegal, weil dadurch ihre unf├Ąhre regionale Preispolitik umgangen wird. Sogar ein gro├čer amerikanischer H├Ąndler beim Amazon Marketplace wurde deshalb schon bel├Ąstigt, weil die Musikindustrie glaubt die Globalisierung g├Ąbe es nur f├╝r sie alleine. Sollte sich die IFPI in Br├╝ssel durchsetzen werden wohl auch viele legale Dienste die Blockade gro├čer Protokoll- und Port-Bereiche negativ beeinflusst bzw. unm├Âglich gemacht werden.

Nat├╝rlich w├╝rden die Kosten auch (wieder einmal) auf die ISPs und damit auf auf alle Internetnutzer abgew├Ąlzt werden. Bei der Vorratsdatenspeicherung ist es ja auch nicht anders. Hier kann auch der Internetnutzer daf├╝r zahlen dass seine Grundrechte mit F├╝├čen getreten werden und jeder Klick auf einen Link noch auf Jahre hinweg zur├╝ckverfolgt werden kann. Sollte diese Tendenz so weitergehen haben wir bald auch in der EU Zust├Ąnde wie in China.

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